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Bundes-Direktoren-Konferenz (BDK) fordert in Veitshöchheim konkrete Förder-Maßnahmen für Begabte und Leistungsstarke

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Zum Meinungsaustausch über das Hauptthema der viertägigen Tagung  "Förderung Begabter und Leistungsstarker als Aufgabe des Gymnasiums" konnte der Schulleiter des hiesigen Gymnasiums Dieter Brückner (re.)  als BDK-Vorsitzender aus dem Bayerischen Kultusministerium Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle (Mitte) und  Adolf Präbst, den stellvertretenden Leiter der Gymnasialabteilung begrüßen.

Zum Meinungsaustausch über das Hauptthema der viertägigen Tagung "Förderung Begabter und Leistungsstarker als Aufgabe des Gymnasiums" konnte der Schulleiter des hiesigen Gymnasiums Dieter Brückner (re.) als BDK-Vorsitzender aus dem Bayerischen Kultusministerium Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle (Mitte) und Adolf Präbst, den stellvertretenden Leiter der Gymnasialabteilung begrüßen.

Von den 3150 Direktoren von Gymnasien in Deutschland sind 2200 über ihre Landesverbände in der Bundesvereinigung der Oberstudiendirektoren organisiert. 26 Delegierte der Landesverbände bilden die Bundes-Direktoren-Konferenz (BDK), die mit Arbeitsberichten und Entschließungen Einfluss auf die Bildungspolitik nehmen will. Deren Vorsitzender ist seit März 2015 Oberstudiendirektor Dieter Brückner, der Schulleiter des Gymnasiums Veitshöchheim.

Keine Frage, dass Brückner hocherfreut war, vor kurzem seine BDK-Kollegen bei der zwei Mal im Jahr zusammentretenden BDK bei sich in Veitshöchheim begrüßen zu können. Alle seien recht angetan gewesen, die viertägige Tagung im Veitshöchheimer Altort im Restaurant „Rokoko“ abhalten und im Hotel „Weißes Lamm“ übernachten zu können.

: Für Abwechslung im trockenen Tagungsprogramm sorgte am Morgen des dritten Tages ein Empfang im Sitzungssaal des Veitshöchheimer Rathauses, bei dem Bürgermeister Jürgen Götz den aus allen Bundesländern Deutschlands angereisten Gymnasiumsdirektoren seine Gemeinde in Geschichte und Gegenwart vorstellte. Beim Spaziergang am Abend konnten die Tagungsgäste dann auch live den  Rokokogarten des Schlosses Veitshöchheim in Augenschein nehmen. Bereits am Abend zuvor konnten die Schulleiter nach einer Bahn-Fahrt nach Würzburg bei einer Weinprobe im Staatlichen Hofkeller zu Würzburg Bekanntschaft mit dem Frankenwein machen.

: Für Abwechslung im trockenen Tagungsprogramm sorgte am Morgen des dritten Tages ein Empfang im Sitzungssaal des Veitshöchheimer Rathauses, bei dem Bürgermeister Jürgen Götz den aus allen Bundesländern Deutschlands angereisten Gymnasiumsdirektoren seine Gemeinde in Geschichte und Gegenwart vorstellte. Beim Spaziergang am Abend konnten die Tagungsgäste dann auch live den Rokokogarten des Schlosses Veitshöchheim in Augenschein nehmen. Bereits am Abend zuvor konnten die Schulleiter nach einer Bahn-Fahrt nach Würzburg bei einer Weinprobe im Staatlichen Hofkeller zu Würzburg Bekanntschaft mit dem Frankenwein machen.

Wie aus dem von Brückner bei einem Pressegespräch übergebenen Tagungsbericht der BDK hervorgeht, kritisierten die Mitglieder im Plenum nach Impulsreferaten von Professorin Dr. Gabriele Weigand (PH Karlsruhe) und Dr. Ingmar Ahl (KARG-Stiftung), dass begabte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in Deutschland nicht genügend gefördert werden. Sie hießen zwar grundsätzlich die „Förderstrategie für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler“ der Kultusministerkonferenz von 2015 für gut, fordern aber konkrete Maßnahmen zu ihrer Umsetzung in allen Bundesländern.

So müsse Leistung in allen Bundesländern wieder als positiver Wert anerkannt werden und Bildungsgerechtigkeit auch für die Begabten und die Leistungsstarken innerhalb einer zunehmend heterogenen Schülerschaft der Gymnasien gelten.

Brückner: "Nach unserer Überzeugung ist das Gymnasium die Schulform, die für die Förderung Begabter und Leistungsstarker prädestiniert ist. Darum muss sie in ganz Deutschland gestärkt werden. Starke Gymnasien in ganz Deutschland betrachten wir als einen wesentlichen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit."

Diese Befunde und Forderungen wurden am Ende der Tagung in einer Entschließung zusammengefasst.

In dieser heißt es, dass Zugang und Verbleib am Gymnasium nicht nur an den Elternwillen gekoppelt sein dürfen, das differenzierte Kurssystem in der gymnasialen Oberstufe mit der Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung erhalten bleiben und das Lehramt für das Gymnasium auch unter dem Aspekt der fachlichen Kompetenz als eigenständiger Ausbildungsgang erhalten bzw. wieder eingeführt werden müsse.

Um dem Auftrag der besonderen Förderung gerecht zu werden, müssen nach Auffassung der BDK die Gymnasien anders als bisher über schulrechtliche sowie schulorganisatorische Voraussetzungen und geeignete Ressourcen in Personal und Ausstattung verfügen.

In Bezug auf das Tagungsthema habe der zu Besuch gekommene Bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle durchaus konzediert, dass die Begabtenförderung über die bereits vorhandenen Ansätze und Programme hinaus noch systematisiert werden müsse. Ziel seiner Bildungspolitik sei aber, „an beiden Enden des Spektrums“ zu fördern.

In seinem Vortrag habe der Staatsminister auch aktuelle schulpolitische Fragen des Landes Bayern angesprochen. In diesem Zusammenhang sah er, so Brückner, im differenzierten dreigliedrigen Schulwesen Bayerns die passgenaue Förderung unterschiedlicher Begabungen und Interessen besser gewährleistet, als in integrativen Organisationssystemen.

Weiterhin habe er unter dem Schlagwort „Lernzeitdifferenzierung“ die besondere Rolle des Gymnasiums im gegliederten Schulwesen herausgestellt und die Eckpunkte des im Juli formulierten Ministerratsbeschlusses zur gymnasialen Schulzeit erläutert. Demnach sollen Schulen und Eltern sich zwischen einem acht- oder neunjährigen Bildungsgang entscheiden können. Das Staatsministerium behält sich allerdings vor, so Brückner, über entsprechende Anträge der Schulen letztgültig zu entscheiden. In diesem Zusammenhang habe der Minister Forderungen nach einer weiteren Stärkung des Elternwillens beim Übertritt an das Gymnasium eine Absage erteilt und sich im Interesse einer Vergleichbarkeit von Schulabschlüssen ausdrücklich für Bildungsstandards ausgesprochen.

Den Minister habe man, so der Vorsitzende, im Zusammenhang mit der gymnasialen Schulzeit mit offenen und strittigen Fragen konfrontiert: Wie läuft ein Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess an den Schulen ab? Auf welche Weise wird das Angebot eines achtjährigen Gymnasiums vorgehalten? Wie sehen Lehrpläne, Stundentafeln und Schulbuchversorgung aus, wenn es einen acht- und einen neunjährigen Bildungsgang geben wird?

Eine zentrale Stelle in der Diskussion habe die Frage eingenommen, warum keine eindeutige Entscheidung für ein G9 gefällt wird, obwohl zu erwarten ist, dass – wie in anderen Ländern der Bundesrepublik – die große Mehrheit der Eltern und Schüler und damit auch der Gymnasien in wenigen Jahren die Alternative G9 wählen wird?

Die Frühjahrstagung 2017 der BDK findet laut Brückner von Sonntag, den 19. bis Dienstag, den 21. März 2017 in Berlin statt. Das Tagungsthema laute dann: „Lehrerversorgung“.

Bilder von B. Ludlei/BDK

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