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Veitshöchheims Nachtwächter fasznierte Kinder bei der Veitshöchheimer Altortweihnacht

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Veitshöchheims Nachtwächter fasznierte Kinder bei der Veitshöchheimer Altortweihnacht

In Veitshöchheim hält seit 2010 der pensionierte Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Karl-Peter Sorge die „Tradition“ des Nachtwächters lebendig. Eingebunden in das Rahmenprogramm der Altortweihnacht ging er am ersten Adventssonntag auch heuer wieder mit Kindern trotz des regnerischen Wetters auf eine weihnachtliche Zeitreise in die Vergangenheit Veitshöchheims.

„Passt auf auf‘s Feuer und auf‘s Licht, dass heut Nacht kein Unglück g’schiecht! Gelobt sei Jesus Christus!“ Mit diesem Ruf startete er am Treppenaufgang des Kavaliersgebäudes.

Ausgestattet mit einer Hellebarde, um Verdächtige festzunehmen, einer Laterne, um in düstere Ecken zu leuchten und Gesichter zu erkennen, einem Horn, bei Gefahr und zu jeder Stund Signal zu geben und einen Umhang mit Hut, um vor Kälte und Regen geschützt zu sein, informierte Sorge die Kleinen kindgerecht mit sonorer Stimme und profunden Kenntnissen über eine Zeit, in der in Veitshöchheim die Uhren noch anders gingen. Bis 1914 gingen die Nachtwächter nachts durch die Straßen und Gassen des Ortes und hatten für Ruhe und Ordnung zu sorgen, vor Feuer, Dieben und Feinden zu schützen.

Nach der 1555 erlassenen Feuerordnung waren in elf Punkten genaue Verhaltensweisen zu beachten. So durften Fremde außerhalb der Wirtshäuser nicht übernachten, sollten bei Bränden Bauern mit Pferden Wasser fahren, Weiber und Knaben Wasser tragen und fromme Männer und Weibspersonen auf das gerettete Gut aufpassen.

Die Nachtwächter hatten auch für die Einhaltung der Polizeistunde zu sorgen. Lärmer wurden nach dem Zapfenstreich um 22 Uhr sofort aufgegriffen. Auf dem Nachhauseweg klopften die Nachtwächter bei den Bäckern an die Fenster, damit diese bei Zeiten mit ihrem Tagwerk begannen. Allerdings war in Veitshöchheim damals noch alles recht überschaubar, gab es 1680 nur 106 Haushaltungen mit etwas über 500 Einwohner. Um so erstaunlicher, dass diese wenigen Haushalte ab 1669 den Neubau der Vituskirche bewerkstelligten.

Am vierten Adventssonntag, 20. Dezember können um 18.30 Uhr zum Abschluss der diesjährigen Altortweihnacht auch die Erwachsenen in den Genuss eines Rundgangs mit dem Nachtwächter durch das weihnachtliche Veitshöchheim kommen.

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