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Erika und Serge Sefrin seit 65 Jahren verheiratet - Feier der Eisernen Hochzeit im Veitshöchheimer Seniorenheim St. Hedwig

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Erika und Serge Sefrin seit 65 Jahren verheiratet - Feier der Eisernen Hochzeit im Veitshöchheimer Seniorenheim St. Hedwig

Das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit feierten gestern im Veitshöchheimer Caritas-Seniorenheim Sankt Hedwig die Eheleute Erika und Serge Sefrin. Als Bürgermeister Jürgen Götz re.) und die stellvertretende Landrätin Karen Heußner (li.) dem Jubelpaar zur Gratulation ihre Aufwartung machten, spielte der mit 89 Jahren noch sehr rüstige Senior Serge den Alleinunterhalter. Er hatte weit über eine Stunde lang am laufenden Band enorm viel zu erzählen.

Kein Wunder, denn es stellte sich heraus, dass der Bürgermeister und er früher Arbeitskollegen bei der Würzburger Firma Noell waren, wo Serge 22 Jahre bis zu seinem Ruhestand 1989 gearbeitet hatte.

In Paris geboren, kam er im Alter von vier Jahren mit seinem deutschen Vater und seiner französischen Mutter nach Zweibrücken. Dort machte der Doppelstaatler von 1940 bis 1943 bei der Dinglerwerke AG eine Ausbildung zum technischen Zeichner und arbeitete dann bei der Nachfolgerfirma Mannesmann Demag bis 1967, unterbrochen durch seine Einberufung zum U-Boot-Bau der Kriegsmarine und anschließender zweijähriger Kriegsgefangenschaft.

Wie Serge erzählt, wurde er nach Besuch einer technischen Förderklasse mit Ingenieurstätigkeiten betraut und war 40 Jahre seines Berufslebens als Monteur und Bauleiter vornehmlich bei Schleusenbauten auf fast allen Kontinenten unterwegs, so bereits kurz nach dem Krieg auch beim Bau eines Windkanals in der südfranzösischen Region Haute-Savoie. Dort kam es dann auf Vermittlung durch die Frau eines Arbeitskollegen dazu, dass er seine Erika an Weihnachten 1949 kennenlernte. Diese arbeitete damals als Telegrafistin zusammen mit dem Fußballweltmeister Werner Liebrich bei der Post in ihrer Heimatstadt Kaiserslauterin. Dort gab sich das Paar schon ein dreiviertel Jahr später das Jawort. Danach musste Erika nicht mehr arbeiten.

Nach seinem Wechsel zur Firma Noell im Jahr 1967 wohnte das Ehepaar zunächst bis 1975 in Estenfeld, um dann vor 40 Jahren in einer Eigentumswohnung im Veitshöchheimer Birkental sesshaft zu werden. Während seine 88jährige Frau seit einem Schlaganfall vor gut zweieinhalb Jahren auf den Rollstuhl und die Rundumpflege im Seniorenheim angewiesen ist, liebt Serge als Alleinversorger seine Unabhängigkeit und möchte so lange es geht, im Birkental wohnen bleiben. Für ihn ist es aber eine Ehrensache, täglich seine Erika zu besuchen und mit ihr bei schönem Wetter vor dem Seniorenheim sitzend, die Sonnenstrahlen zu genießen. Seit die Gemeinde den Fußweg von der Würzburger Straße zum Rewe-Markt gebaut hat, nimmt er sehr gerne seine Frau im Rollstuhl zum Einkaufen mit.

Stammgast war der Schoppenliebhaber seit jeher auf dem Göttler-Weinstand beim Freitagsmarkt an den Mainfrankensälen, wo er aufgrund seiner Jahrzehnte langen Auslandstätigkeit immer viele Stories zu erzählen hatte. So gab er auch den Jubiläumsgästen im Altenheim zum Besten, dass er einmal kurzfristig nach Costa Rica mit 3.000 Deutsche Mark im Gepäck fliegen musste. Vor dem Abflug war ihm eine Umwechslung in US-Dollar leider nicht mehr möglich. Auch in Costa Rica sei niemand dazu bereit gewesen. So sei er kurzerhand nach Panama geflogen, wo dann der Wechselkurs so günstig gewesen sei, dass er durch den Kursgewinn neben den Flugkosten bei der Abrechnung mit seiner Firma sogar noch was übrig hatte.

Erika und Serge Sefrin seit 65 Jahren verheiratet - Feier der Eisernen Hochzeit im Veitshöchheimer Seniorenheim St. Hedwig
Erika und Serge Sefrin seit 65 Jahren verheiratet - Feier der Eisernen Hochzeit im Veitshöchheimer Seniorenheim St. Hedwig

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