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Produktiver Bürgerworkshop zur Entwicklung eines Radroutenkonzepts für die Gemeinde Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Produktiver Bürgerworkshop zur Entwicklung eines Radroutenkonzepts für die Gemeinde Veitshöchheim

Zum Bürgerworkshop „Radroutenkonzept“ konnte Bürgermeister Jürgen Götz in den Räumen der Eichendorffschule neben den Vertretern des Planungsbüros Wegner, Gemeinderatsmitgliedern und Rathaus-Mitarbeitern an die 20 interessierte Bürger begrüßen.

Was geschah bisher

Der Bürgermeister gab zunächst einen Rückblick auf den bisherigen Prozess der Entwicklung eines Radroutenkonzepts für das Gemeindegebiet.

Das Büro Bertram Wegner hatte für die Gemeinde bereits ein Radwegekonzept für den Teilbereich Friedrich-Ebert-Straße bis zum Ortszentrum erstellt. Damit hatte sich der Gemeinderat im September 2014 befasst (Link auf Bericht auf Veitshöchheim News).

Im Rahmen der Haushaltsberatungen beschloss dann der Gemeinderat am 02.12.2014, für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung ein ganzheitliches Radwegekonzept für Veitshöchheim an ein Fachbüro in Auftrag zu geben (Link auf Bericht auf Veitshöchheim News)

Dafür hatte das Büro Wegner der Gemeinde am 30.März 2015 ein Angebot vorgelegt. Dem stimmte der Hauptausschuss am 14. April 2015 zu. Das Gesamthonorar beläuft sich auf netto 13.545 Euro. Ziel des Konzepts ist laut Vertrag ein Katalog von abschnitts- und knotenpunktsbezogenen Einzelmaßnahmen, die sich in der Summe zu einem fahrradfreundlichen Routennetz mit Haupt- und Nebenachsen ergänzen, das insbesondere auch von weniger geübten Radfahrern sicher befahren werden kann. Für Schüler soll darüber hinaus das direkte Umfeld relevanter Ziele wie Schulen und Freizeitanlagen vertieft flächenhaft beleuchtet werden.

Der Bürgermeister verwies hierzu auf das im Juli 2015 durchgeführte Projekt am Gymnasium Veitshöchheim, in dessen Rahmen die Schüler eine schulweite Befragung zum Thema Radverkehr auswerteten und anschließend selbst im Straßenraum eine Mängelanalyse vornahmen und Handlungsvorschläge unterbreiteten (Link auf Bericht).

Im nächsten Schritt sollten nun die Veitshöchheimer Bürger in einem Workshop ihre Erfahrungen einbringen.

Einführung durch das Planungsbüro

Verkehrsentwicklungsplanerin Eva Liebich stellte die bisherigen Analyseergebnisse vor, so u.a.

  • Östliche Abfahrt B 27 wichtiges Einfallstor aus Thüngerheim
  • wichtige Zielpunkte: Schulzentrum und Gewerbegebiet
  • Einkaufsbeziehungen:
    • alle Veitshöchheimer können nur im Süden einkaufen
    • hohe Bedeutung der Nord-Süd-Achsen mit Querung der WÜ 3
    • Schenkenfeld erreicht Einkaufsmärkte nur über Kreisstraße
  • wichtige Freizeitbeziehungen

Ausgehend von den wichtigen Quellen und Zielen in der Gemeinde und den Anbindungen nach außen wurde zunächst ein Wunschliniennetz für den Alltags- und den Freizeitverkehr, auch im Hinblick auf die Ziele auswärtiger Besucher, erstellt. Um ein Hauptroutennetz zu erhalten, legte das Fachplanungsbüro das Wunschliniennetz dann soweit möglich auf das bestehende Straßennetz um. Die verbleibenden Beziehungen, die über das heutige Straßennetz nicht abgedeckt werden können, wurden als Netzlücken gekennzeichnet. Im Ergebnis entstand ein Hauptroutennetz mit Netzergänzungen, das dem Workshop als Arbeits- und Diskussionsgrundlage diente.

Die Workshopteilnehmer wurden in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt. Ihre Aufgabe bestand darin, das Hauptroutennetz auf gravierende Mängel oder Lücken zu überprüfen und Wünsche für Maßnahmen zu äußern.

Hauptroutennetz mit Netzergänzungen

Hauptroutennetz mit Netzergänzungen

Bereits erfolgte Verbesserung: optische Präsenz in der Bahnhofstraße zur Günterslebener Straße

Bereits erfolgte Verbesserung: optische Präsenz in der Bahnhofstraße zur Günterslebener Straße

Bereits umgesetzte und sich in Vorbereitung befindliche Maßnahmen

Bereits umgesetzte und sich in Vorbereitung befindliche Maßnahmen

Resümee des Workshops

Es gab Punkte, die durchaus polarisiert haben:

  1. Mehrfach angesprochen wurde die Situation an der Kreisstraße WÜ 3, sowohl auf der WÜ 3, als auch die Überquerung selbiger und die Kreuzung am Feuerwehrhaus. Vorgeschlagen wurde so unter anderem ein beidseitiger Radweg entlang der WÜ3 insbesondere zwischen Einmündung Schenkenfeld und Geisbergbad und am Freibad auch eine Querung.
  2. Kontrovers diskutiert wurde die Situation im Altort: Während eine Gruppe den Radverkehr gerne auf die parallel zur Kirchstraße verlaufenden Strecken (Echterstraße / Mainlände) verlagern würde, sah die Mehrheit darin keine Lösung. Es wurde vorgeschlagen, Radroutenkonzept und Altort-Verkehrskonzept gut aufeinander abzustimmen.

    Alle Achsen enden am Knoten Feuerwehr. Hier hielt man eine Verknüpfung mit dem Würzburger Radroutenkonzept für erforderlich, also einen Radweg nach Würzburg rechtsmainisch möglichst direkt am Main bis zur Zeller Brücke. Alternativ wurde auch eine Aufwertung der Friedrich-König-Straße für Radfahrer mit Führung auf die Zeller Brücke sowie Aufwertung der Paradiesstraße und Nördlichen Hafenstraße mit Anknüpfung an den bestehenden Rad-/Fußweg an der B 27 in Gespräch gebracht. Bei der Veranstaltung war auch Heribert Düthmann von der Stadt Würzburg anwesend. Als Abteilungsleiter für Stadtentwicklung ist er auch verantwortlich für die Radwege- und Konzeptplanung der Mainmetropole. Der Bürgermeister vereinbarte mit ihm, die aufgezeigten Möglichkeiten bei einem gemeinsamen Termin zu erörtern.

  3. Alle drei Arbeitsgruppen griffen wieder das Thema „Sperrung Tunnel Schönstraße“. Dieser Punkt wurde von allen Arbeitsgruppen im Rahmen der Planungen zur Radroute Schenkenfeld – Mainlände als zentraler Problempunkt gesehen. Hierzu verweist jedoch der Bürgermeister auf den dazu bereits im September 2014 gefassten gültigen Gemeinderats-Beschluss, den Tunnel nicht, auch nicht probeweise, für den Kfz-Verkehr zu sperren. Götz: "Ein neuer Sachverhalt liegt eigentlich nicht vor."

  4. Problematisch ist auch die Einfallachse des Radweges entlang der B 27 aus Thüngersheim einschließlich der Weiterführung über die Friedhofstraße.

  5. Kleinere Schwerpunkte bildeten die Verbindung durch das Schulzentrum, die Verbindung Sendelbach – Gartensiedlung und die Prüfung der Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer.

  6. Weitere Anregungen von Arbeitsgruppen betrafen im Detail:

  • in der Kirchstraße ein Straßenbelag nach Vorbild Thüngersheim

  • ein Radstreifen im steilen Abschnitt der Günterslebener Straße

  • Radspur-Kennzeichnung ab Auffahrt B27 zur Herrnstraße

  • Setzweg: Einbahnstraße oder einseitiges Parken, 30er Zone – Dauerblitzer

  • Friedhofstraße: Evtl. Schutzstreifen. „Hier muss etwas getan werden.“

  • Mainlände: In Fußgängerzone Radspur einzeichnen. Für Fußgänger ist noch genügend Platz

  • Fahrradabstellmöglichkeiten (auch für E-Bikes und Touristen)

  • Freigabe der Einbahnstraßen Martinstraße, Sendelbachstraße und Schönstraße für Radfahrer
  • Fußweg westlich des Sportgeländes auch als Radweg

Ausblick und Schlusswort

Bürgermeister Jürgen Götz bedankte sich bei allen Teilnehmern für die konstruktiven Beiträge und erläuterte den weiteren Planungsprozess. So befasse sich der Gemeinderat mit dem Thema bei einer Klausur am 21. November 2015. Der Beschluss über das Routenkonzept soll dann Ende Januar 2016 erfolgen. Einige kleinere Anregungen könnten bereits im Vorfeld des Beschlusses angegangen werden. So werde die Verwaltung prüfen, welche Einbahnstraßen für den Radverkehr freigegeben werden können.

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