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Gemeinde Veitshöchheim beseitigt für 500.000 Euro Grundwasserzufluss in die Altort-Kanalisation - Abdichtung durch Inliner-Schläuche ohne Aufgrabungen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Über die neue, beträchtliche Kosten und Zeit sparende sowie verkehrsfreundliche Sanierungs-Technik defekter Kanalrohrsysteme mittels Schlauchliner der Firma Diringer & Scheidel ließ sich Bürgermeister Jürgen Götz an der Haltung des Schmutzwasserkanals vor dem Rathaus durch (hinten v.l.) Peter Eichhorn vom Büro Gaul Ingenieure, Bauleiter Tobias Dauer und seinem Tiefbautechniker Joachim Kessler informieren: Nach dem Einbau einer Gleitfolie wird der werkseitig mit einem Harz getränkte Schlauchliner mit einer Seil­winde in die zu sanierende Haltung (= Kanalabstand von durchschnittlich 50 Meter) einge­zogen und dann mit Druck­luft "aufgeblasen" und gegen die alte Rohrwandung gedrückt. Die anschließende Aus­härtung mit UV-Licht wird mit einer TV-Kamera an der Licht­quelle komplett überwacht. Wenn der Liner abgekühlt ist, öffnet ein Fräsroboter vorhandene Anschlussleitungen, damit das Wasser aus den Hausanschlüssen wieder ablaufen kann. Nach der erforderlichen Dichtheitsprüfung kann der Leitungsabschnitt in der Regel noch am gleichen Arbeits­tag wieder in Betrieb genommen werden. Das Ergebnis ist ein neues, dichtes Rohr im defekten Altrohr.

Über die neue, beträchtliche Kosten und Zeit sparende sowie verkehrsfreundliche Sanierungs-Technik defekter Kanalrohrsysteme mittels Schlauchliner der Firma Diringer & Scheidel ließ sich Bürgermeister Jürgen Götz an der Haltung des Schmutzwasserkanals vor dem Rathaus durch (hinten v.l.) Peter Eichhorn vom Büro Gaul Ingenieure, Bauleiter Tobias Dauer und seinem Tiefbautechniker Joachim Kessler informieren: Nach dem Einbau einer Gleitfolie wird der werkseitig mit einem Harz getränkte Schlauchliner mit einer Seil­winde in die zu sanierende Haltung (= Kanalabstand von durchschnittlich 50 Meter) einge­zogen und dann mit Druck­luft "aufgeblasen" und gegen die alte Rohrwandung gedrückt. Die anschließende Aus­härtung mit UV-Licht wird mit einer TV-Kamera an der Licht­quelle komplett überwacht. Wenn der Liner abgekühlt ist, öffnet ein Fräsroboter vorhandene Anschlussleitungen, damit das Wasser aus den Hausanschlüssen wieder ablaufen kann. Nach der erforderlichen Dichtheitsprüfung kann der Leitungsabschnitt in der Regel noch am gleichen Arbeits­tag wieder in Betrieb genommen werden. Das Ergebnis ist ein neues, dichtes Rohr im defekten Altrohr.

"Heute Morgen bitte nicht die Toiletten benutzen!" hieß es heute für die Bediensteten des Rathauses. Der Grund: Wie zuvor schon seit April in anderen Bereichen des Altortes, ist nun die mit der Sanierung des hier besonders undichten Schmutzwasserkanal-Netzes für 500.000 Euro beauftragte Baufirma Diringer & Scheidel Zweigniederlassung Nürnberg im Rathaushof angelangt. Bis Oktober dieses Jahres wird die Baufirma noch brauchen, bis sie die restlichen im Altort festgestellten Schäden auf einer Länge von 1,3 Kilometer abgedichtet hat.

Wie der gemeindliche Tiefbautechniker Joachim Kessler erläutert, ist die Kanalsanierung mit Schlauchlinern inzwischen eine gängige Alternative, dass nicht mehr wie früher ganze Straßenzüge sehr zeitaufwändig aufgegraben werden müssen, um die im Durchschnitt drei Meter tief liegenden Kanäle neu zu verlegen. Ein durchgehend mit Schlauchliner saniertes Kanalrohr werde als „neuer“ Kanal angesehen und in der Regel über 50 Jahre abgeschrieben, ein neuer Kanal dagegen in in 80 Jahren.

Die Gemeinde Veitshöchheim, so Kessler, habe vor zwei Jahren im Gebiet vom Main bis zur Bahnlinie das Schmutz- und Mischwasserkanal-Netz auf einer Länge von 9,6 Kilometer mit der Kamera zur Suche größerer Grundwasser-Eindringstellen befahren lassen. Nach der Auswertung durch Büro GAUL INGENIEURE GmbH in Bamberg liegt der von den Fachbehörden immer wieder beanstandete Fremdwasseranteil in der Kanalisation im Mittel bei 34 Prozent.

Brennpunkt ist der Altort mit dem dort vorhandenen Trennsystem, der aufgrund der Mainnähe hohe Grundwasserstände aufweist Hier ist deshalb der Fremdwasseranteil in Teilbereichen wesentlich höher. Etwa die Hälfte des untersuchten Schmutz- und Mischwasser-Kanalnetzes erwies sich als sanierungsbedürftig. Insgesamt wurden an rund 180 Stellen Schäden mit eindringendem Grundwasser lokalisiert und an weiteren 180 Stellen ein Zufluss von Grundwasser in die Hauptkanäle über die Hausanschlussleitungen festgestellt. Häufigste Schadensbilder waren Rissbildungen, schadhafte Anschlüsse und Infiltrationen.

Es gibt laut Kessler zwei Schadensszenarien: Wenn ein undichter Schutzwasser-Kanal über dem Grundwasser liegt, versickert das Abwasser in den Untergrund, was eine Umweltverschmutzung, Grundwassergefährdung darstellt. Liegt der undichte Kanal dagegen im Grundwasser, läuft dieses als Fremdwasser in den Kanal und belaste die Kläranlage mit zusätzlichen Energiekosten, obwohl es eigentlich sauber sei. Die Reinigung des Abwassers werde durch den Verdünnungseffekt erschwert.

2016 will die Gemeinde eine zweite Befahrung mit der Kamera in Auftrag geben. In aller Regel. so der gemeindliche Tiefbautechniker, suche sich das Grundwasser einen neuen Weg in den Kanal. Er erwartet, dass dann die etwas höher liegenden Hausanschlüsse im unsanierten Bereich „zu laufen" beginnen. Bei neuen Schäden müssten weitere Sanierungen vorgenommen werden. Der Gemeinderat müsse deshalb auch im nächsten Jahr wieder Finanzmittel für die Fremdwassersanierung bereitstellen.

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