Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Mainfrankensäle - Rede Bürgermeister Jürgen Götz beim Festakt am 3.1.2015

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Auszug aus der Rede von Bürgermeister Jürgen Götz - Foto von BR-Online

Auszug aus der Rede von Bürgermeister Jürgen Götz - Foto von BR-Online

Wir haben es geschafft – was viele im Landkreis und auch darüber hinaus lange nicht für möglich gehalten haben – die Mainfrankensäle tatsächlich bis Ende 2014 fertig zu stellen ist Wirklichkeit geworden.

„Die Gemeinde besitzt nun ein modernes, vielfältiges und repräsentatives Veranstaltungs-Zentrum, das allen Ansprüchen des heutigen Tagungs- und Veranstaltungswesens gerecht wird und das bereits überregional einen ausgezeichneten Ruf genießt, gut Fotos von BR-Onlinegenutzt wird und in einschlägigen Fachzeitschriften als neues kulturelles Zentrum angepriesen wird.“

Was sich liest wie ein Webeblock für die neu sanierten Mainfrankensäle ist in Wirklichkeit schon über 30 Jahre alt und stammt aus dem gemeindlichen Jahresbericht des Jahres 1981, dem Jahr der Einweihung der ursprünglichen Mainfrankensäle.

Ich freue mich sehr, Sie aus einem Anlass begrüßen zu dürfen, liebe Gäste, der unsere Gemeinde reicher macht. Die Rücklage in unserem Haushalt ist zwar geschrumpft – schließlich haben wir das kostspieligste Projekt, welches die Gemeinde je als Bauherr zu verantworten hatte mit mehr als 50% aus Eigenmitteln finanziert. Dafür haben sich die Nutzungsmöglichkeiten, die Energieeffizienz und die technische Ausstattung unserer Mainfrankensäle erheblich verbessert.

Besonders begrüßte Gäste:

  • die beiden ehemaligen Hausherren der Mainfrankesäle Bürgermeister a.D. Erich Steppert und Altbürgermeister Rainer Kinzkofer
  • die beiden Ortspfarrer Robert Borawski für die beiden katholischen Pfarreien und Pfarrerin Silke Wolfrum für die evangelische Kirchengemeinde sowie den ehemaligen Pfarrer Herbert Neeser
  • Landtagspräsidentin Barbara Stamm.
  • stellvertretender Regierungspräsident Dr. Andreas Metschke
  • MdB Paul Lehrieder und MdL Manfred Ländner
  • Landrat Eberhard Nuß
  • der Präsident des Fränkischen Fastnachtsverbandes Bernhard Schlereth
  • die Leiterin des Studio Franken des BR Dr. Kathrin Degmair sowie der Redakteur und auch der Regieseur von Fastnacht in Franken Rüdiger Baumann und Thomas Meisner
  • stellvertretend für die Bürgermeister der umliegenden Städte und Gemeinden Dr. Adolf Bauer aus Würzburg und Markus Höfling aus Thüngersheim, bis Silvester Beirats-Vorsitzender der Touristik Gmbh im Würzburger Land.
  • die neue Beiratsvorsitzende der TWL Andrea Mehling sowie Dr. Petra Reichert – Südbeck, die Geschäftsführerin der TWL
  • die Mitarbeiter der Mainfrankensäle GmbH mit ihrer Geschäftsführerin Kirsten Stang
  • der Geschäftsführer des Caritas – Don Bosco Berufsförderungswerkes Andreas Halbig,
  • den Chef des Heeresmusikkorps Veitshöchheim Oberstleutnant Burkard Zenglein
  • von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau die beiden leitenden Landwirtschaftsdirektoren Arved von Mansberg und Jürgen Eppel
  • vom KU des Landkreises Prof. Alexander Schraml
  • vom Gymnasium Veitshöchheim Direktor Dieter Brückner
  • von der Gemeinde Veitshöchheim die Leiterin der Hochbauabteilung Jennifer Bechold
  • die amtierende fränkische Weinkönigin Christin Ungemach
  • die Mitglieder des Gemeinderates der aktuellen und aus der letzten Legislaturperiode
  • die Vertreter der Presse
  • die Vertreter der örtlichen Vereine, Verbände und Gruppierungen
  • die direkten Anwohner der Mainfrankensäle

Mein herzlicher Dank und meine Anerkennung gelten allen, die an der Verwirklichung des Projekts beteiligt waren. Den Architekten Walter Schilling und Manuela Jatz, dem von der Gemeinde beauftragten Projektsteuerer Holger Kess, den beteiligten Firmen und Handwerksbetrieben, den Mitarbeitern der Hochbauabteilung, Peter Wolf, der während der Bauzeit in den Ruhestand gegangen ist, Elisabeth Ziegler, Jennifer Bechold, die aus dem Stand die Baumaßnahme übernommen hat – sie alle haben beste Arbeit geleistet.

Die Mainfrankensäle sind ja seit nunmehr 26 Jahren mit dem Quotenrenner des bayerischen Fernsehens der Sendung Fastnacht in Franken verbunden und wurden durch die Sendung natürlich auch überregional bekannt. Sie ist ja sozusagen auch das Aushängeschild unseres Ortes und diese Verbindung wird ja jetzt durch die neue Ausstellung im Foyer noch einmal gefestigt.

Der bayerische Rundfunk war wegen der "Fastnacht in Franken" bei den Bauarbeiten von Beginn an mit im Boot. So hat die Gemeinde den Baubeginn und auch den Baufortschritt darauf abgestimmt, dass am 5. Februar 2014 der Saalbereich wieder soweit nutzbar war, dass am 21. Februar mitten in der Baustelle von hier aus wieder die Fernseh-Prunksitzung ausgestrahlt werden konnte.

Unsere Mainfrankensäle sind vollendet – na ja vielleicht sind hier und da noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und die Außenanlagen werden im Frühjahr mit der Bepflanzung fertig werden. Umso glücklicher und stolzer sind wir, dass wir es geschafft haben, die Baumaßnahme im geplanten Zeit- und Finanzrahmen zu beenden.

Wie kam es überhaupt dazu, dass die Mainfrankensäle nach über 30 Jahren ein neues Gesicht bekommen haben? - Rückblick

Im September 1981 konnten die damals neuen Mainfrankensäle, die für eine Bausumme von 11 Millionen DM errichtet wurden, mit verschiedenen Veranstaltungen feierlich eröffnet werden.

In den letzten Jahren waren die baulichen Unzulänglichkeiten in der räumlichen Organisation aber auch in der Gebäudetechnik und Baukonstruktion immer stärker zu Tage getreten. Die Säle waren nach 25 Jahren Betrieb nicht mehr zeitgemäß. So hatte der Gemeinderat bereits im Jahr 2006 beschlossen, eine Arbeitskommission aus Mitgliedern der Fraktionen zur Erstellung eines Zukunftskonzeptes für die Mainfrankensäle mit Prioritätenliste unter Berücksichtigung technischer, funktioneller, gestalterischer und wirtschaftlicher Aspekte einzusetzen.

Im Jahr 2008 beauftragte der Gemeinderat schließlich das Büro die ghh Conuslt Unternehmensberatung mit ihrer Geschäftsführerin Dr. Gisela Hank- Haase mit einer Machbarkeitsstudie und Marktanalyse.

Bei der Vorstellung ihrer Studie im Oktober 2008 räumten die ghh Gutachter den Mainfrankensälen in der Region Würzburg aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit große Chancen ein, sich nach Modernisierung und Erweiterung um kleinere Räume auf dem Tagungs- und Kongressmarkt erfolgreich zu behaupten. Sie stellten jedoch einige Defizite fest. So sei Restaurant in die Jahre gekommen, zu dunkel, das Mobiliar veraltet und die Beleuchtung schlecht. Auch das Foyer sei zu dunkel und zu klein, der Konferenzraum wenig repräsentativ und der gesamte rückwärtige Bereich aufgrund seiner verwinkelten Verbindungswege problematisch. Lediglich der Saalbereich mache einen guten Eindruck. Die Küche sei gigantisch (viel zu groß), dagegen die Arbeitsflächen ungenügend oder schlecht genutzt, Die Geräte seien überwiegend alt und würden zu viel Energie benötigen. Die Lage der Büros und der Zugang durch die Küche seien für Gäste nicht zumutbar, die Künstlergarderoben unzureichend.

Im Juli 2009 beauftragte der Gemeinderat, das Architekturbüro Schilling, den Planer des Bestandsgebäudes mit der Vorplanung sowie Projekt- und Planungsvorbereitung, das Büro Haase, aus Karlstadt mit der energetischen Konzipierung und mit der Projektsteuerung, sowie im November 2009 mit den Fachleistungen Heizung/Lüftung/Sanitär das Ingenieurbüro Schirmer, mit der Elektrotechnik Durner Ingenieure und mit der Tragwerksplanung das Ingenieurbüro WSP.

Bis zum endgültigen Baubeginn im Februar 2012 folgten noch etliche Debatten, teilweise kontroverse Diskussionen und Beschlüsse im Gemeinderat. Es gab unter anderem auch den Vorschlag eine neue Halle dirket neben den Mainfrankesälen zu errichten und die alte dann nach der Fertigstellung abzureisen. Es wurde dann aber zunächst beschlossen die alten Säle zu erhalten und die Maßnahme in 2 Bauabschnitten zu verwirklichen, was dann kurz darauf wieder revidiert wurde. Schließlich einigte man sich Mehrheitlich darauf in einem Bauabschnitt Sanierung, Anbau und Vergrößerung des Foyers anzugehen und den Betrieb der Veranstaltungs- und neuen Seminarräume und die Gastronomie in den Mainfrankensälen zu entkoppeln, das Restaurant zu erhalten, gesondert zu verpachten und einen Cateringraum einzuplanen. Mit der Ausführungsplanung und Bauausführung wurde die Architekten Arbeitsgemeinschaft Schilling/ Jatz beauftragt und die Projektsteuerung wurde an das Büro Keß und König vergeben.

Mitte April 2014 wurde dann auf Beschluß des Gemeinderates die Mainfrankensäle GmbH gegründet, die Gemeinde ist hier alleiniger Gesellschafter, gleichzeitig wurde Kirsten Stang, Frau Stang hatte bis zum Umzug kurz vor Heilig Abend eine Menge Aufbauarbeit für den vollkommenen Neuanfang zu leisten, damit das Haus ab dem heutigen Tag wieder mit Leben sprich Veranstaltungen gefüllt wird.

So oblag es auch Frau Stang einen neuen Pächter für das Restaurant der Mainfrankensäle zu finden. Mit Peter Schubert und Charlotte Richter konnten zwei junge Veitshöchheimer gefunden werden, die hochmotiviert, mit neuem Schwung, neuen Ideen ihr Bestes geben werden und das neue, hell und freundlich gestaltete Restaurant und die Bewirtung der Säle mit einer ansprechenden Qualität zu bewirten. Wir wünschen hierzu viel Erfolg.

Ebenfalls räumlich integriert in den neuen Anbau der Mainfrankensäle wurde mit direktem Zugang vom Treppenaufgang aus die Touristik GmbH im Würzburger Land, die im letzten Jahr ihr 20 jähriges Jubiläum gefeiert hat, mit der neuen Tourist – Info und Verkaufsmöglichkeiten für Souveniers

Mit den neuen Mainfrankensälen haben wir eine Einrichtung geschaffen, die für viele Jahre bestens ihren Zweck erfüllen wird.

So gilt mein Dank gilt auch dem Gemeinderat, der vor fünf Jahren den Baubeschluss gefasst und angesichts der Verantwortung für die immense Investitionssumme keine leichtfertigen Entscheidungen getroffen hat, sondern sich die notwendige Zeit für die Entscheidungsprozesse genommen hat. Dies sollte nicht als Wankelmut gesehen werden, sondern vielmehr als Beweis, dass es um die für die Gemeinde beste Lösung gegangen ist.

Herzlich bedanken möchte ich mich auch bei meinem Vorgänger Rainer Kinzkofer, der den Mut hatte dieses Großprojekt anzugehen. Es war ein langwieriger und schwieriger Prozess, der ihm großes Durchhaltevermögen abverlangte. Es ist sicher auch nicht immer einfach für ihn gewesen die vielen Meinungen und Vorschläge während der Planungsphase und zu Beginn der Baumaßnahme sinnvoll zu kanalisieren und umzusetzen.

Es wurde nunmehr eine langfristige Investition in die Tat umgesetzt und die Mainfrankensäle für die nächsten 30 Jahre wieder ansprechend und Konkurenzfähig gestaltet. Die Art und Weise der Neugestaltung bzw. deren Planung war ein dynamischer Prozess der sich ständig weitentwickelt hat.

Kosten und Finanzierung

Höchst erfreulich für die Gemeinde ist die Tatsache, und auch dies ist für öffentliche Bauten wahrlich nicht selbstverständlich, dass trotz vieler Nachträge in Höhe von 616.000 Euro, die sich im Laufe des Baufortschritts ergeben haben und nachträglich beschlossener Maßnahmen mit 565.000 Euro netto Mehrkosten die Gesamtkosten von 13,55 Millionen Euro netto laut letzter Kostenberechnung nicht überschritten wurden. Es verhielten sich viele Nachträge kostenneutral, so entfielen bei neu hinzugekommenen Positionen Leistungen aus dem ursprünglichen Leistungsumfang mit einem Umfang von 1,15 Millionen Euro.

Das bedeutet, dass während der Bauzeit Tag- täglich Sams/ Sonntag mit eingeschlossen jeweils über 20.000 €uro verbaut wurden. Auf Monate gerechnet 590.000 € pro Monat. Dies war natürlich für die Mitarbeiter im Hochbauamt der Gemeinde eine enorme Herausforderung.

Teilt man die Kosten auf in Sanierung und Anbau, entfallen ca. 2/3 auf die Sanierung des Bestands und 1/3 auf den Neubau. Mehr als die Hälfte der Bausumme von 13,55 Millionen Euro kann die Gemeinde aus Rücklagen bestreiten. An staatlichen Zuschüssen erhalten wir 2,4 Millionen Euro, wobei 2,0 Millionen Euro aus dem Topf der Röfe- Förderung für die touristische Schiene, inkl. Dauerausstellung „Fastnacht in Franken und barocke Bühnenwelt“, multifunktionaler Nutzung des Erweiterungsbaus auch für den Seminar- und Tagungsbereich, sowie Einrichtung eines zeitgemäßen Touristikbüros im Eingangsbereich bewilligt wurden. Die restlichen 400.000 €uro Fördermittel kommen aus dem CO2 – Minderungsprogramm des Freistaates Bayern.

Für 4,2 Millionen Euro hat die Gemeinde zinsgünstige kommunale Investitionskredite bekommen, die teilweise sogar zinslos und mit Tilgungszuschüssen gewährt wurden.

Für die genannten Förderungen sind wir als Gemeinde besonders dankbar. Daher möchte ich diesen Dank heute an die Vertreter des Freistaates Bayern richten und mich bei Ihnen Frau Stamm und bei Ihnen Herr Dr. Metschke recht herzlich bedanken.

Dauerausstellung

Kernstück des neuen Hauses ist sicherlich das neue Foyer, welches mit nunmehr 727m² fast dreimal so groß ist wie früher.

In diesem Foyer integriert ist auch die neue Dauerausstellung „Die Welt von Fastnacht in Franken“, die Besuchern auch unterjährig einen Eindruck über das Vermittelt was sich hier an Fasching abspielt und so auch der Enttäuschung darüber, beim reinspitzen nicht den original Fastnacht in Frankensaal zu sehen entgegenwirkt. Für einen Hingucker und eine Belebung sorgen hier vor allem die beiden Panoramabilder auf acht Millimeter starkem splitterfesten Glas. Die Konzeption und zum Großteil auch die Umsetzung zu dieser gelungenen Ausstellung erstellte unsere gemeindliche Kulturreferentin Dr. Martina Edelmann bei der ich mich ganz herzlich bedanken möchte. Die grafische Gestaltung oblag der örtlichen Grafik-Designerin Ingrid Schinagl.

Aufbruchstimmung

Die Einweihung eines neuen Gebäudes ist immer ein auch Zeichen von Aufbruchstimmung und Optimismus, zumal dann, wenn es für den Ort diese Bedeutung hat wie unsere neuen Mainfrankensäle. Die Neugestaltung schafft Möglichkeiten, von denen wir bislang nicht zu träumen gewagt haben. Nutzen wir alle diese und freuen wir uns darüber, dass wir unser hochgestecktes Ziel erreicht haben.

Wenn alle an einem Strang ziehen, ist Vieles möglich.

Kommentiere diesen Post